07-14.05.2011
Aspromonte: grekanische Dörfer an Italiens Stiefelspitze
Laut Per Pedes Wanderer, eine der eindrücklichsten Touren im Katalog…
Wir alle gingen zum ersten Mal in diesem Stück Erde, und sind auch alle zum ersten Mal auf dem Zug nach Mailand zusammengekommen. Ich war sofort von der Gruppe beeindruckt: alle haben mich in Bellinzona im Zug mit einem wunderschönen Lächeln empfangen, das konnte doch nur ein Tolles Erlebnis werden, und so war es dann auch.

Eine lange Zugreise auf Reggio di Calabria hatten wir vor uns, aber in Bologna, vor dem Nachtzug, wollten wir die zwei bestbekannten übriggebliebenen, von mehr als zweihundert, Geschlechtstürmen bewundern, so sind wir durch die Menschenmänge des Samstagnachmittags unter den Arkaden geschlingelt bis zur Piazza Maggiore. Wir haben es auch noch geschafft ein gemütliches Abendessen zu geniessen, und dann ging es mit dem Nachtzug los im tiefen Süden.
In Villa S. Giovanni, beim "Stretto di Messina", haben uns zwei "Engeln" willkommen und mit zwei kleine Busse abgeholt… Ja, ja, denn unserer einheimischer Guide war Angelo! Ein wirklicher Engel, der uns durch die ganze Tour geführt und geschützt hat.

Pentedattilo, vom grischichem "fünf Finger", eins von vielen, nach dem Erdbeben verlassenes Dorf, die "Botteghe" mit den Ginster Decken und den Schwarzen Maulbeerbaum eingravierten Stöcke und Schmuck, und dann: diese unglaubliche "Macchia Flora", üppig wie noch nie, duftend, fast berauschend, und das Mittagessen bei Ugo im Agriturismo mit Sicht auf der Fiumara und den Bergamotto Hain, Penne mit Aubergine, Tomaten und Finocchietto, einheimische Käse, Oliven, Brote: was für ein Wunder! Sind wir im Paradies gelandet?

Und dann, noch hoch hinauf zum Normannen-Schloss, bei Alt Amendolea mit unglaubliche Sicht auf der Fiumara… So viele Eindrücke an einem Tag!

Eine unglaublich schöne Landschaft, mit Weitsichten auf Berge, Meer und Etna Vulkan in Sizilien. Am zweiten Tag sind wir auf einem Hochplateau gewandert, durch Olivenhaine, Getreidefelder und Blumen… Blumen wie von einem Meistergärtner geplanzt! Das Mittagessen haben wir alle zusammen getragen, dieser Käse aus Kuh- und Ziegen-Milch: was für ein Wunder! Und die Tomaten, schmackhaft mit Salz und getrocknete Origano-Blüten angemacht. Am Nachmittag hat uns dann, nach viel Begeisterung ein Gewitter eingeholt, aber wir haben uns nicht entmutigt, wir konnten ja auch bei einem Café im Dorf trocken werden.
Am zweiten Tag, kurz nach Wanderbeginn hat es angefangen zu regnen, zuerst wenig, dann ziemlich deftig, und so haben wir entschlossen nicht zu Fuss nach Gallicianò zu gehen, sondern mit dem Bus.
Ein altgrichisches Dorf, mit othodoxische Kirche, wo wir ein Liebestrunk trinken durften und erleben konnten, wie die Leute dort früher gelebt haben… eigentlich nicht gross anders als wie die Leute in unseren Alpen Tälern gelebt haben. Was aber anders war, und noch ist, ist dieser berauschender Rithmus: die Tarantella! Auch die müdesten Tänzer schaffen es in diesem Rithmus erweckt zu werden! Und so sind wir alle Tarantella-Tänzer/innen geworden…

Am Nachmittag haben wir durch das schlechte Wetter (aber jemand hat mal gesagt: es gibt kein Schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!) eine Programmänderung gemacht, und sind vom Agriturismo, der Fiumara entlang, bis zum Meer gelaufen. Ugo ist mit uns gekommen, und hat uns unglaublich interessante Geschichten dieses Territoriums erzählt, so spannend!


Am nächsten Morgen, dank Ugo, der uns durch den Bergamottohain geführt hat, haben wir sehr viel über diese Zitrusfrucht und ihre Geschichte und Anwendung erfahren, danach haben wir uns bei allen im Agriturismo verabschiedet, um unseren nächsten Ziel zu erreichen: Bova, das Zentrum der grekanischen Kultur in Kalabrien.

Beim Basilianischem Kloster, inmitten eines tausend Jahre alten Olivenhains, haben wir unser Pick Nick verzehrt, sind dann weiter nach Bova hinauf gelaufen von wo man eine unglaubliche Aussicht auf dem ganzen südlichen Teil des Aspromonte hat, auf das Meer und auf Etna und Sizilien.


Am nächsten Tag ging es dann Richtung Norden, auf einem alten Saumweg bis zum verlassen Dorf Roghudi, fabelhafte Aussichten haben uns während der ganzen Wanderung begleitet.


Am letzten Tag, hat uns Andrea im Tal der Wassermühlen geführt, und die Cooperative hat uns mit einem Fabelhaften Pick Nick Grill erwartet. Den Nachmittag haben wir in Bova marina verbracht, am Strand, am Meer, einige haben gebadet, andere, schöne runde Steine gesucht…

Das Abendessen war eher ein Z'Vieri, wir mussten nähmlich auf dem Nachtzug nach Villa S. Giovanni. Dort haben wir Andrea verabschiedet und eine unsere Teilnehmerinnen, die noch nach Sizilien weiter reiste. Im Zug hatten wir am Anfang ein wenig "casino", aber dann hat sich alles beruhigt… und mit fabelhaften Bildern von Aspromonte im Kopf, sind wir dem Norden entgegen gereist…

Vielen Dank an alle für diese unglaubliche Woche in Calabrien, Ihr alle habt gesorgt für gute Laune und schönes Zusammensein… und nochmals vielen Dank für die Meeres Skulptur, die in meinem Wohnzimmer platz gefunden hat…

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