28.09.2013
Val Bavona: das schönste Tal der Schweiz
Pro Natura Tagesexkursion

Die ästhetische Empfindung einer Landschaft ist sehr subjektiv und hängt sehr von den kulturellen Gegebenheiten einer Gesellschaft.

Heute im Zeitalter der Freizeitkultur empfinden wir das Bavona Tal als schön, im Zeitalter der Romantik war die unberührte Natur und die Märchen- und Sagenwelt von Bedeutung. im 18. und 19. Jhd. empfand man das Tal als Lebensnot und war oft durch die bedrohliche Lebensumstände geprägt, wie Plinio Martini im Roman IL FONDO DEL SACCO (Nicht Anfang und Nicht Ende) erzählt:

"Von gewissen Verunglückten erzählte man uns Kindern immer wieder. Da war der Arme Junge, der oben über Frodone fünfunddreissig Stunden lang im Sterben lag, weil ihm ein Felsblock, den man nicht wegwelzen konnte, die Beine bis zur Leiste zerquetscht hatte. Sie brachten ihm vom oberen Weiler heissen Kamillentee hinauf und beteten beim Licht der Laternen den Rosenkranz und die Sterbegebete. Der Pfarrer und das halbe Dorf waren oben, und auch von den Alphütten kamen die Leute herunter, um ihn zu sehen."

 

Aber wir hatten eine sehr angenehme Exkursion im Tal der Riesensteine und haben nur mit der Fantasie die schreckensbilder von Plinio Martini erlebt.

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